29.07.2009 00:00 by Erlanger Nachrichen
Wie kann man ein Publikum in der heutigen Zeit zufrieden stellen? Mit
einer gehörigen Portion Action, fetziger Musik und vielleicht noch ein
wenig Sex? Die «English Dramatic Society» (EDS) des Sprachenzentrums der
Friedrich-Alexander-Universität schafft mit ihrer Inszenierung von
«Much Ado about nothing» («Viel Lärm um nichts») den Beweis, dass eine
Shakespeare-Komödie auch heute noch beste und qualitätsvolle
Unterhaltung bieten kann.
Die eigentliche Handlung des Stückes
lässt sich reduzieren auf die Liebesgeschichte zweier Paare. Den
einfacheren Part hatten Claudio alias Daniel Streiff und Hero (gespielt
von Svenja Weiß), da beide von Anfang an ineinander verliebt sind und
erst durch eine Intrige Don Johns (düster und komisch zugleich gespielt
von Felix B*) kurzfristig auseinander gebracht wurden. Diffiziler die
Rollen von Alexandra Chlepas (Beatrice) und Mark O’Connor (Benedick),
die sehr überzeugend wie Hund und Katz zueinander sind, bevor sie durch
List dazu animiert werden, einander doch zu mögen. Einen Höhepunkt des
Stückes bildeten zweifellos die Auftritte der «America’s next
Superheroes», die es schaffen, mit Hilfe ihrer Waffen (Waffeleisen und
Teddybär) die Intrige Don Johns aufzulösen und dadurch schließlich ein
Happy End herbeizuführen.
Die bewährte Regisseurin Kirsten Henry
hat dem ehrwürdigen Klassiker eine moderne Rahmenhandlung verpasst,
welche die Oberflächlichkeit der heutigen Unterhaltungsbranche
kritisiert. Es wird gesungen, getanzt, gelacht und geweint und dabei
wird dem Zuschauer klar, dass auch nach 400 Jahren Shakespeares Lebens-
und Alltagsweisheiten nichts an Aktualität verloren haben (weitere
Aufführungen: täglich bis einschließlich 1. August, jeweils um 20 Uhr,
im Experimentiertheater, Bismarckstr. 1). BEATE WINDHORST
Anmerkung EDS: Am Mitttwoch, 29. Juli keine Vorstellung.
* Name auf Wunsch der genannten Person geändert